Putzzeug Pferd: Was in die Putztasche gehört
Ein sauber geputztes Pferd sieht nicht nur gepflegt aus: Beim täglichen Bürsten spürst du kleine Schwellungen, Scheuerstellen, Zecken oder Druckempfindlichkeiten oft früher, als sie unter Staub und Winterfell auffallen würden. Gutes Putzzeug fürs Pferd gehört deshalb zur Grundausstattung im Stall - abgestimmt auf Fell, Haltung, Jahreszeit und den Einsatz deines Pferdes oder Ponys.
Putzzeug Pferd: Die Basis für jeden Tag
Eine sinnvoll gepackte Putztasche muss nicht überladen sein. Entscheidend ist, dass die wichtigsten Werkzeuge zuverlässig funktionieren, gut in der Hand liegen und sich hygienisch sauber halten lassen. Besonders praktisch sind robuste Putztaschen oder Putzboxen mit Fächern: So bleiben Hufkratzer, Bürsten und Pflegeprodukte getrennt, auch wenn es morgens vor dem Training schnell gehen muss.
Zur täglichen Grundausstattung gehören Striegel, Kardätsche, Wurzelbürste, Mähnenbürste oder -kamm, Hufkratzer und ein Schwamm. Dazu kommen ein sauberes Tuch für Augen und Nüstern sowie bei Bedarf ein separater Schwamm für den Schweifansatz. Diese Aufteilung ist keine übertriebene Vorsicht: Gerade im Gesicht und im Intimbereich sollten keine Bürsten verwendet werden, die vorher über verschlammte Beine oder einen staubigen Bauch gegangen sind.
Für Ponykinder lohnt sich Putzzeug mit kleineren, griffigen Bürsten. Es erleichtert das selbstständige Putzen und verhindert, dass eine große Kardätsche ständig aus der Hand rutscht. Erwachsene Reiterinnen und Reiter profitieren dagegen häufig von ergonomisch geformten Bürsten, vor allem wenn mehrere Pferde täglich versorgt werden.
Striegel: Loses Fell und Schmutz lösen
Der Striegel ist meist der erste Schritt. Ein Gummistriegel löst getrockneten Schmutz, Hautschuppen und loses Fell durch kreisende Bewegungen. Besonders im Fellwechsel ist er unverzichtbar. Bei robusten Pferden mit dichtem Winterfell darf er etwas intensiver eingesetzt werden, bei sensiblen oder sehr dünnfelligen Pferden hingegen nur mit leichtem Druck.
Metallstriegel sind nicht für das Putzen auf dem Pferd gedacht. Sie dienen dazu, Haare und Staub aus Kardätsche oder Wurzelbürste auszuklopfen. Wer damit direkt über Rücken oder Flanke arbeitet, riskiert gereizte Haut. Für empfindliche Bereiche wie Kopf, Beine und knochige Partien ist ein weicher Gummistriegel oder eine Massagebürste die bessere Wahl.
Wurzelbürste und Kardätsche: Das bewährte Duo
Die Wurzelbürste entfernt den Schmutz, den der Striegel gelöst hat. Naturborsten oder feste Kunstfasern eignen sich für verschlammte Beine, Bauch, Brust und Schweifansatz. Bei sehr feinem Sommerfell kann eine zu harte Wurzelbürste unangenehm sein. Hier zählt nicht die maximale Härte, sondern ein gründliches Ergebnis ohne Scheuern.
Danach kommt die Kardätsche zum Einsatz. Ihre dichteren, weicheren Borsten nehmen Staub auf und bringen Glanz ins Fell. Arbeite in kurzen Strichen in Fellrichtung und streiche die Kardätsche regelmäßig am Metallstriegel aus. Für das Turnier oder einen Fotoshooting-Tag lohnt sich eine besonders weiche Glanzbürste als letzter Durchgang. Sie entfernt feinen Staub von Schulter, Kruppe und Hals, ohne das Fell wieder aufzurauen.
Hufpflege gehört bei jedem Putzen dazu
Vor dem Reiten, nach dem Reiten und idealerweise auch beim täglichen Kontrollgang sollten die Hufe ausgekratzt werden. Ein stabiler Hufkratzer mit Bürste löst Steine, Erde und Mist aus den Strahlfurchen. Achte dabei auf üblen Geruch, schwarze schmierige Stellen, Risse oder eine auffällige Wärme im Huf. Solche Veränderungen ersetzt kein Pflegeprodukt - sie sollten je nach Befund mit Hufschmied oder Tierarzt abgeklärt werden.
Ein Hufpinsel und Huföl oder Huffett können die Routine ergänzen, sind aber kein Muss bei jedem Putzen. Bei trockenen, brüchigen Hufen kann eine passende Pflege sinnvoll sein. Steht das Pferd jedoch dauerhaft feucht oder hat weiche, ausbrechende Hufe, wäre zusätzliches Öl nicht automatisch die richtige Antwort. Haltung, Bodenverhältnisse, Fütterung und fachgerechte Bearbeitung spielen eine wesentlich größere Rolle.
Mähne, Schweif und Kopf sanft pflegen
Mähne und Schweif brauchen Geduld, nicht Kraft. Grobe Knoten lassen sich am besten zuerst mit den Fingern lösen. Anschließend eignet sich eine Schweifbürste mit flexiblen Borsten oder ein grobzinkiger Kamm. Beginne immer in den Spitzen und arbeite dich langsam nach oben. Wer direkt am Ansatz zieht, reißt unnötig viele Haare aus - gerade bei einem vollen Schweif, der im Turnierauftritt besonders schön fallen soll, ist das ärgerlich.
Mähnen- und Schweifspray kann das Durchkämmen erleichtern und Staub abweisen. Bei Pferden mit empfindlicher Haut empfiehlt sich eine sparsame Anwendung und ein Blick auf die Verträglichkeit. Nicht jedes Pferd braucht täglich Spray, und bei eingeflochtener Turniermähne wäre es sogar eher hinderlich, wenn die Haare zu glatt werden.
Für Augen, Maulwinkel und Nüstern nutzt du ausschließlich einen weichen, angefeuchteten Schwamm oder ein separates Tuch. Für jedes Pferd sollte dieses Zubehör individuell bleiben. Das senkt das Risiko, Hautprobleme oder Augenentzündungen im Stall weiterzugeben.
Putzzeug fürs Pferd nach Saison auswählen
Im Frühjahr und Herbst macht der Fellwechsel aus einer normalen Putzeinheit schnell eine haarige Angelegenheit. Ein guter Gummistriegel, ein Fellwechselstriegel und eine leistungsstarke Wurzelbürste sparen Zeit. Trotzdem gilt: Wenn dein Pferd beim Striegeln ausweicht oder die Haut zuckt, nicht einfach kräftiger drücken. Gerade in dieser Phase kann die Haut empfindlicher reagieren.
Im Sommer stehen Staub, Schweiß und Fliegenabwehr im Mittelpunkt. Ein Schweißmesser hilft nach dem Abspritzen, Wasser zügig aus dem Fell zu ziehen. Kühlende Waschprodukte oder ein feuchter Schwamm sind an heißen Tagen angenehm, sollten aber nicht dazu führen, dass ein verschwitztes Pferd mit nassem Fell in Zugluft steht. Bei trockener Witterung reichen häufig gründliches Bürsten und ein sauberes Tuch.
Im Winter sammeln sich unter dichtem Fell schnell Schlamm und Schweißreste. Pferde mit Decke brauchen besonders sorgfältige Kontrollen an Schulter, Widerrist, Brust und Gurtdrucklage. Hier können kleine Scheuerstellen entstehen, die man ohne tägliches Putzen leicht übersieht. Für groben Matsch an den Beinen eignet sich manchmal Abtrocknen besser als aggressives Schrubben - vor allem, wenn die Haut bereits gereizt ist.
Was zusätzlich in eine gut sortierte Putztasche passt
Neben den klassischen Bürsten machen einige kleine Helfer den Stallalltag deutlich entspannter. Ein sauberes Mikrofasertuch ist praktisch für den letzten Glanz am Kopf oder zum Abwischen von Staub auf Lederzeug. Ein Schweißmesser gehört in den Sommer, Fliegenspray in die warme Saison und ein handlicher Noppenhandschuh ist ideal für sensible Pferde, ältere Tiere oder die Gesichtspartie.
Für Turniere darf die Putztasche etwas umfangreicher sein. Fleckenspray, weißes Tuch, Mähnengummis, Mähnennadel, feine Glanzbürste und ein sauberer Hufpinsel sorgen für den letzten Schliff. Bei weißen Abzeichen kann ein spezielles Shampoo sinnvoll sein, aber auch hier lohnt sich Maß: Zu häufiges Waschen kann Haut und Fell austrocknen. Plane lieber genügend Zeit ein, damit Flecken nicht erst fünf Minuten vor dem Verladen behandelt werden.
Wer mehrere Pferde oder Ponys versorgt, sollte Bürsten klar zuordnen. Namensanhänger, farbige Sets oder getrennte Fächer verhindern Verwechslungen. Das ist besonders sinnvoll bei Hautpilz, Mauke oder Parasitenbefall. In solchen Fällen müssen Putzutensilien konsequent gereinigt und gegebenenfalls ersetzt werden.
Bürsten reinigen, bevor sie zum Problem werden
Sauberes Putzzeug arbeitet besser und schont die Pferdehaut. Haare sollten nach jeder Nutzung aus den Borsten entfernt werden. Je nach Einsatz reicht es, Bürsten regelmäßig mit warmem Wasser und milder Seife auszuwaschen und vollständig trocknen zu lassen. Nasse Bürsten in einer geschlossenen Tasche entwickeln schnell Geruch und können Keime begünstigen.
Kunststoffteile wie Hufkratzer, Striegel oder Schweißmesser lassen sich unkompliziert abspülen. Naturborsten brauchen etwas mehr Aufmerksamkeit: Nicht stundenlang einweichen, sondern zügig reinigen und mit den Borsten nach unten trocknen lassen. Kontrolliere außerdem Schlaufen, Holzrücken und Nähte. Eine lockere Handschlaufe oder ein gebrochener Bürstenkörper ist im Alltag nicht nur unbequem, sondern kann beim erschreckenden Pferd auch gefährlich werden.
Bei Equestrian Loew findest du Putzzeug von funktionalen Alltagsbürsten bis zu hochwertig ausgestatteten Putzsets für Stall, Pony und Turnier. Wähle lieber wenige, gut passende Teile als eine Tasche voller Bürsten, die nie zum Einsatz kommen. Wenn dein Pferd beim Putzen entspannt stehen bleibt, sein Fell sauber glänzt und du Veränderungen früh bemerkst, ist deine Ausstattung genau richtig.